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Nordrhein-Westfalen: Land der Schlösser und Burgen

Burg Vogelsang (NS Dokumentationscenter)

Mitten im Nationalpark Eifel befindet sich ein historischer Ort mit einer höchst ungewöhnlichen und wechselvollen Geschichte. Heute ist die ehemalige NS-Ordensburg ein Erinnerungsort, der für Toleranz, Vielfalt und ein friedliches Miteinander steht. Herz der Anlage ist das Forum Vogelsang IP mit dem barrierefreien und modernen Ausstellungs- und Tagungszentrum und gleich zwei Dauerausstellungen zu den zentralen Themen des Ortes: Natur und Geschichte.

WECHSELVOLLE GESCHICHTE
Als eine der größten Hinterlassenschaften der Nationalsozialisten in Deutschland ist Vogelsang in seinen Dimensionen mit dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg oder mit dem Seebad Prora auf Rügen vergleichbar. Gebaut wurde die ehemalige NS-Ordensburg vor 90 Jahren als Schulungsstätte für den Führungsnachwuchs der NSDAP. Während des Zweiten Weltkriegs wurde sie auch als Standort von Adolf-Hitler-Schulen genutzt. Bis heute ist die NS-Herrschaftsarchitektur ablesbar, die der Selbstdarstellung des Nationalsozialismus diente und den Machtanspruch über Mensch und Natur zeigt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war die Anlage jahrzehntelang nicht zugänglich. In den 1950er Jahren wurde Vogelsang vom belgischen Militär übernommen und als „Camp Vogelsang“ ein Teil des Truppenübungsplatzes, der sich bis zum ehemaligen Eifeldorf Wollseifen ausgedehnt hat. Nach Abzug des Militärs wurde 2004, d.h. vor genau 20 Jahren, zunächst der Nationalpark Eifel gegründet. Zwei Jahre später begann die zivile Nutzung als Internationaler Platz.

DER INTERNATIONALE PLATZ
Es entwickelte sich der sog. Internationale Platz, der bewusst im Gegensatz zur ursprünglichen Nutzung für Begegnung, Dialog, Toleranz, Vielfalt und ein demokratisches Selbstverständnis steht und am „IP“ im Namen von Vogelsang ablesbar ist. Das Interesse an dem über 100 ha großen Gelände und seinen Gebäuden, das jahrzehntelang unzugänglich war, ist groß. Tägliche Führungen über das Gelände mit Einblicken in historische Gebäude werden gut nachgefragt und wurden im Laufe der Jahre zu einem umfangreichen Angebot der historisch-politischen Bildung und Umweltbildung weiterentwickelt.
Der Erinnerungs-, Natur- und Bildungsort Vogelsang steht mit seiner rund 90jährigen Geschichte vom Täterort der „NS-Ordensburg“ über den Belgischen NATO-Truppenübungsplatz „Camp Vogelsang“ bis hin zum heutigen Internationalen Platz vor allem für Demokratieförderung und grenzüberschreitende Vielfalt und Verständigung.

Die Dauerausstellung   ist die einzige Ausstellung zur Geschichte der drei ehemaligen NS-Ordensburgen. Mit einer Vielzahl von Text-, Video-, Bilddokumenten und Objekten ermöglicht sie einen Einblick in das Leben in der NS-Ordensburg und die „fatale Attraktion“ des Nationalsozialismus. Die Ausstellung nimmt neben Vogelsang als Ort der Verherrlichung der Menschenverachtung auch die besetzten Gebiete im Osten Europas während des Zweiten Weltkriegs in den Blick, wo mehrere Hundert ehemaliger „Ordensburgmänner“ zu Tätern und Mittätern an den nationalsozialistischen Verbrechen wurden.
Mit dem Kapitel „Führer für den Führerstaat“ beginnt die Dauerausstellung und macht einleitend deutlich, dass es vor allem der Personalmangel der NSDAP war, der zur Schaffung der NS-Ordensburgen führte. Was waren das für Menschen, die hierherkamen, um sich ausbilden zu lassen? Sahen sie sich selbst als Herrenmenschen? Welche Vorstellungen hatten sie und hätten sie auch „nein“ sagen können? In insgesamt 11 Kapiteln mit Titeln wie „Eliteanspruch und Unterordnung“ oder  „Körperkult und Männlichkeit“ informiert die Ausstellung anschaulich über die Entstehung und Bedeutung, die Architektur und die Nutzung der NS-Ordensburg, vor allem aber über die Menschen, die hier geschult wurden, um aus ihnen das Idealbild eines „neuen deutschen Menschen“ – einen „Herrenmensch“ zu formen.

In Begleitung von zertifizierten Guides werden wir zunächst Einblicke in mindestens zwei nicht frei zugängliche historische Gebäude erhalten. Im Rahmen des 90minütigen Rundgangs erfahren wir viel über die wechselvolle Geschichte des historischen Ortes Vogelsang mitten im Nationalpark Eifel.
Anschließend werden wir uns durch die Dauerausstellung „Bestimmung: Herrenmensch NS-Ordensburgen zwischen Faszination und Verbrechen“  begeben.

An- und Abreise:
Hin- und Rückfahrt erfolgt ab Gevelsberg mit priv. PKW´s.

Treffpunkt:            08:30 Uhr auf dem  P+R Parkplatz am S-Bahn-Haltepunkt Gevelsberg-Kipp
                              oder  um 10:15 Uhr im Besucherzentrum des Dokumentationscenter
Kosten:                  entstehende Kosten werden vor Ort erhoben ca. 25,00 €

Anmeldeschluss:  10.08.2026

26.ExkStud.NRW4.1

05.09.2026, Sa., 8:30 – 12:00 Uhr

PREIS: 25,00 €
LEITUNG: Horst-Albert Jung
ORT: Burg Vogelsang

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